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FLUCHT! SEI VERFLUCHT!S”

  • Posted on March 14, 2015.

Das Gedicht unseres Gründers Omar Abouhamdan “Flucht! Sei verflucht!” beim Benefizkonzert in der Musikhochschule Freiburg am 30.05.2015.

An der Harfe: Samira Memarzadeh.

Flucht! Sei verflucht!

Ich bin von dort!
Ich bin nicht die, die ich war…!
Sie ist nicht ich, die sie war! Merkwürdig aber.. wahr!
Ich kam hier gestern an
Ich wünsche mir, bei euch hier; für heute und noch morgen, ein Zelt nebenan!

Ich bin von dort…!
Das Haus verschwand von seinem Ort!
Es wurde uns gesagt „Das Bombenfass aus Versehen, nicht aus Hass! Der Pilot – ein Patriot.“
Welch ein Idiot!
Na ja! Zum Glück oder Unglück bekam ich nichts vom Fass,
vom Tropfen des überlaufenden Hass!
Der Haustürschlüssel zwischen meinen Brüsten bloß,
die Angst ihn zu verlieren groß!

Die Zeit der Flucht ist schwerer als mein Gewicht
Der Weg der Flucht ist länger als die Zeit des Nichts.

Der Tod übersah mich…!
Ich sah ihn ständig dort, in den Bergen, im Meer und im alten Boot.
In jeder Stunde, jedem Wort.
In den Händen von Allah,
den Händen der Schmuggler,
den Händen der Grausamkeit der Natur jener Ort!…Dort!

Von dort nach hier war es ein sehr langer Weg.
Manche schliefen draußen,
manche im Zelt, ihrem Propheten lauschend.
Ist es meine Schuld…?
Diesen langen Weg bis ans Ende gehen,
ohne das Ende vorauszusehen.

Eine Flucht zu einem Platz des Möglichen.
Die Erde wird zu eng, es zu ermöglichen!
Menschen fliehen alle, wie auch wir…,
manche vor sich, manche zu sich,
manche aus Angst, manche aus Neugier!
Vielleicht kehren wir nie zurück, vielleicht nicht
wie manche hier.

Für eine Stunde der Heimat und einen Platz in der Utopie,
zwischen Wahrheit,
Grausamkeit und Fantasie,
mit Flöte und Schwert, bleibt ein Land aus Märchen und Agonie.
Erzähl, erzähl! Damit das Ende der Flucht durchsichtig wird!
Das Ende der Flucht ist es doch wert!

Ich sage meinen Anderen:
Es ist mir nichts von dort geblieben!
Zum Glück ist der Schlüssel zwischen meinen Brüsten noch hier.
Sie bezeugen: Dieses Märchen gehört mir!

Es wurde uns gesagt: „die Gerechtigkeit kommt gleich dort an! Und
die Fremden dort gehen nach Hause, irgendwann!“.
Wer weiß? Langweilt sich der König der Agonie,
oder flieht vor seiner primitiven Sucht?
Oh Flucht! Sei verflucht!

Omar Abouhamdan

20. 05. 2015